Danke Mami

Mein kleines, grosses Leben verdanke ich dir.
In frischer Bergluft atmete ich dank dir.
Das Grün der Wiese sah ich dank dir.
Das Pfeifen der Vögel hörte ich dank dir.
Der Duft frischen Brotes roch ich dank dir.
(Zu) Viel zu essen lernte ich mit dir.
Die schönsten Momente lebte ich mit dir.
Mein sicheres Zuhause liebte ich dank dir.
Die allerbesten Geschwister schenktest du mir.
All meine Probleme löste ich mit dir.
All meine Sorgen schluckte ich dank dir.
Allerlei Lektionen lernte ich dank dir.
Grosse und kleine Ziele erreichte ich dank dir.
Solidarität zu schätzen lernte ich mit dir.
Menschen zu helfen lernte ich von dir.
Berufliche Bildung erreichte ich dank dir.
Den richtigen Weg fand ich dank dir.
Meine grosse Liebe fand ich dank dir.

All diese Tränen weine ich wegen dir.
Du fehlst mir sehr.
Ich danke dir.

Deine Dritte

Hallo, Mami. An diesem Wochenende hast du hoffentlich irgendwo in der Schweiz ein schönes Hotel gefunden und hast mit Papi zusammengesessen. Ich hoffe, ihr geniesst diese wertvollen Stunden, ich hoffe, ihr seid ganz füreinander da. Dass ihr euch in die Augen seht, einander anseht und euch spürt, das wünsche ich euch. Dass ihr die Wunder der Welt, die sich manchmal geschickt verstecken, sicherlich jedoch nie vergehen, in euch fühlen, mit euch nach Hause nehmen und lange davon erzählen könnt. Ich wünsche euch ein Lächeln auf den Lippen, Gelassenheit im Herzen und Mut in eurem Handeln, Kraft in den Muskeln und Ruhepausen für eure Rücken. Liebe und Stärke für was euren Seelen nahesteht, Bedacht in euren Worten und Vertrauen in die Melodie der Welt, welche nur allzu oft «allegro» gespielt wird. Das wünsche ich euch.

Mami, ich danke dir. Von Herzen und vom Kopf und von Armen und Beinen und dem kleinen Zeh. Von jedem Fingernagel und jedem Haar, auch denjenigen mit Spliss. Ich danke dir für all die Stunden, deren Summe wohl auch ein grösseres Mathegenie als ich nicht so schnell ausgerechnet hätte, die du mir und meinen Geschwistern gegeben hast. Die du uns immer noch täglich gibst.

Obwohl ich schon neun Jahre nicht mehr am selben Ort wohne wie du, gibt es für mich nur ein Zuhause. Und dies wird immer so bleiben. Auf dem Matug, in unserem Haus, da wo du bist. Wie verloren, kalt und einsam fühlt es sich an, sind wir mal ohne dich zuhause… wir können zwar alle kochen, waschen, einfeuern… wir überleben… doch du bist diejenige, welche das gesamte Familienleben noch immer koordiniert, welche zusammenhält, organisiert, jedem seine Termine vor Augen hält und mit dem vergessenen Snowboard hinterherrast. Ohne dich wäre Chrigel schon gefühlte dreihundertsiebenundvierzigtausendsiebenhundertfünfunddreissigkommafünfvierachtsechssechssechsunendlich Mal mehr zu spät gewesen oder gar nie angekommen, im Fussball, auf dem Bahnhof, bei Freundinnen und geplanten Überraschungen. Ohne dich würde Luggi sich wohl fast täglich nur Teigwaren kochen, wäre deren eines Tages überdrüssig und würde abmagern wie eine alte Kuh. Ohne dich würde Reigi ihren Spickpulli auf Hochzeiten tragen. Ohne dich hätte ich schon viele Male anstatt eines Gemüseauflaufs eine Früchtetorte als Endresultat gehabt, wenn ich mitten im Kochen nicht mehr weiterwusste. Ohne dich wäre Papi so konsterniert über das Fehlen der bereitgelegten Kleider, dass er darüber das Jodeln vergessen würde. Ohne dich wären wir alle herumirrende, blinde Hennen und Güggel, würden das Korn im schönsten Sonnenschein nicht finden und in unseren Hennen- und Güggelherzen wäre eine grosse Leere, eine Stille, eine Unsicherheit. Wir würden spüren, dass da etwas sein sollte. Etwas Grosses, Starkes. Ja, du würdest so sehr fehlen.

Mami, ich liebe dich. Mit all deinen wundervollen Eigenschaften, deinen Rundungen, deinen Reizen und Ecken, mit deinen Kanten und deinen Qualitäten. Ich würde für nichts in der Welt jemals ein anderes Mami wollen. Wofür auch, du bist perfekt.

Und die 32.50 Fr. für den Salat-Mix, die bekommst du noch, Mami. Versprochen.

Mit liebstem Gruss und herzbesten Wünschen auch von deinem Sohnemann und deiner Ältesten

Deine Zweite

Hallo meine Liebe

Wie geht es dir?

Was tust du so?

Mir geht es auch gut.

Dir auch eine gute Zeit, danke.

 

Hey

Geht’s gut?

Was tust du so?

Ja, ich bin auch beschäftigt.

Schönen Abend dir.

Hab dich lieb!

 

Morgen

Mein Herzchen

Wie lebst du so?

Ja, doch, ich auch, danke.

Bis bald

Ciao ❤

 

Hey

Jaja, man lebt.

Du so?

Mir geht’s gut.

Byebye

 

Befriedigt dich solch ein Kontakt wirklich? Interessierst du dich für mich als Menschen? Für mich ganz persönlich? Möchtest du wirklich, echt, wahrhaftig wissen, wie es mir geht? Hast du mich wirklich gerne? Könntest du auf mich zählen, wenn in deinem Leben etwas schiefgeht? Wäre ich da für dich? Und du für mich? Verbindet uns noch etwas ausser der modernen Technik? Hätten wir nur Haustelefone, oder auch diese nicht, stünden wir dann noch in Kontakt? Verspürst du schöne Gefühle, wenn du mir schreibst? Freust du dich, etwas von mir zu hören? Oder hast du nur ein schlechtes Gewissen?

Du könntest mir auch einfach nicht mehr schreiben. Und ich dir nicht mehr. Wir hätten genau so viel voneinander. Oder noch mehr. Zeit für Menschen, welche uns wirklich etwas bedeuten. Zeit für diejenigen, welche ganz tief in unseren Herzen sind. Wir müssen uns nicht an alte Zeiten klammern. Wir hatten es schön. Das war gut. Und es ist gut, wenn wir jetzt loslassen. Es ist gut, wenn wir uns nicht schreiben. Es ist gut, wenn wir nichts voneinander hören. Es ist in Ordnung. Uns verbindet nichts mehr ausser schönen Erinnerungen. Wenn wir uns zufällig sehen, finde ich das schön. Dann ein paar Worte auszutauschen, in echtem Kontakt, berührt und freut mich. Das hier jedoch, in irgendeinem Chat hingeworfene, nichtssagende Worte, ohne echte Gefühle, ohne echtes Interesse und ohne eine Möglichkeit, einander als echte Menschen zu begegnen, das hier verdriesst mich. Es macht mich traurig. Ich frage mich, ob du niemanden hast, der dir nähersteht. Niemanden, den du in die Arme nimmst. Der dich hält und mit dir spricht. Ich wünsche es dir. Ich wünsche dir, dass du aufhörst mir zu schreiben. Und anderen vielleicht. Ich wünsche dir, dass du einmal mehr deine technischen Geräte beiseitelässt und lebst. Ich wünsche dir, dass du mit einem Menschen Arm in Arm, Seele in Seele, spazieren gehst, einschläfst, Gespräche führst, auch mal streitest und dich versöhnst. Ich wünsche dir, dass du das wahre Leben nicht vergisst bei all dem Dahingeschriebenen, bei all dem Gephotoshopten, bei all den Märchen, Lügen und alternativen Fakten.

Ich habe heute eine Velotour gemacht durch meine neue Heimat. Gemeinsam mit einem Menschen, welcher tief in meiner Seele verankert ist, habe ich Wälder, Frühlingswiesen, Blumen genossen. Den Duft der Tannen, kennst du den noch? Den Duft der erwachenden Pflanzenwelt, den Duft des Frühlings, hast du ihn bereits gerochen? Hast du auch die Sonne auf deinem Körper gespürt? Hat sie dich auch so lebendig und golden durchflutet? Ich wünsche es dir. Ich wünsche es dir von Herzen.

Ich habe heute gelebt, mit allen Facetten unseres Daseins gelebt. Ich war traurig und glücklich und vor allem war ich echt. Die Energie der Natur, unseres Ursprungs und unserer einzigen Chance auf eine Zukunft, kann mir keine Technik geben. Diese Energie verleiht mir Leben, Kraft und Sinn. Ich wünsche dir, dass du sie auch wieder mehr verspürst. Sie ist es, was uns als Menschen ausmacht. Die Kraft der Natur ist unser Leben.

 

(Das Beitragsbild stammt von unserem gestrigen Ausflug, der zu einem Bergsee führte. Noch ein bisschen weniger Frühling als heute, jedoch genauso wunderschön.)

Was uns bleibt

Manchmal, dann, wenn der Wind ganz leise weht, hören wir sie. Die anderen. Diejenigen, deren Leben nichts wert sind. Diejenigen, welche unseren Dreck fressen. Diejenigen, welchen unser Gift tagtäglich um die Nase weht, diejenigen, welche sterben, damit wir leben können. Damit wir in all diesem vermeintlichen Reichtum, der doch nur Zeuge einer grossen inneren Armut ist, unsere Leben verbringen können. Ohne uns dessen bewusst zu sein. Nie, ausser dann, wenn der Wind ganz leise weht, und wir sie hören. Die anderen. Und wir wünschen uns, der Wind möge bald wieder lauter wehen.

Denn bleibt er einmal zu lange leise, bleibt uns nur das Kotzen.

Gedanke zur Nacht

„Prüfung der Zulassung von Frauen zum Diakonat…“

Durchaus die richtige Richtung.. mit mir jedoch muss die katholische Kirche nicht eher rechnen, als bis die erste lesbische Päpstin ihr Amt antritt.

Is everything alright?

Everything is alright.. singt doch einer so vor sich hin. Dort aus den Lautsprechern des Radios, der bereits veraltet ist, da nicht DAB+, der inmitten eines Chaos in noch-meinem Zimmer steht, das auf- und ausgeräumt werden will. Dessen Inhalt ich sortieren, verkaufen, loswerden, mitnehmen muss. Nicht nur der des Zimmers, die gesamte Wohnung will verräumt und verteilt und am besten vom Winde verweht werden. Ach, was klage ich.. everything is alright in my life.. singt er, recht hat er. Denn draussen wagt sich der Frühling heran, zartkalt noch, in den letzten Tagen legte sich gar noch einmal Schnee übers feinblühende Land, erinnerte uns an die Macht des Aprils, an die Macht der Natur. Gut so. Denn sie ist und war und wird immer unsere Meisterin sein. Unsere Beschützerin, unsere Mutter, unsere einzige Überlebenschance. Unweigerlich bahnt sie sich ihren Weg in Richtung Sommer, ein Schwarm Mücken trotzt den Temperaturen und huscht just in diesem Moment durch den Rahmen, der noch-mein Fenster um die Welt da draussen zieht. Sie werden sich wohl diese Nacht tief in Welten zwischen Grashalmen und Erdhügeln verkriechen, die mir verborgen bleiben, und sich dort wahrscheinlich wohlfühlen, in Mutters Schoss. Und morgen werden sie der Sonne entgegentanzen. Das sollte ich auch tun. Es ist doch alles gut, in meinem Leben. Ein Aufbruch, ein Umbruch, ein Abbruch. Ein Neustart. Eine Chance. Ein kritisches Lebensereignis? Wohl nicht, beruht doch diese Sache auf eigener freier Entscheidung. Doch wie frei ist sie, die Entscheidung, wo ich leben will? Bin ich Gefangene der Liebe? Wenn ja, könnte dies doch durchaus positiv gewertet werden. Mein Herz entscheidet, bei diesem einen, besonderen Menschen sein zu wollen. Mein Verstand folgt. Noch nie konnte er dem Herzen wiederstehen. Tut manchmal sauweh, ist manchmal unfassbar schön. Ist doch alles gut. Everything‘s alright. Was will ich mehr, als von ganzem Herzen zu leben? Ich weiss, was ich will. Bei ihm sein, ohne nicht mehr hier zu sein. Mein Leben mit diesem bezaubernden Menschen teilen, ohne mein Leben hier aufzugeben. Die Realität ist nicht kompatibel mit meinen Träumen. Diese Erkenntnis hat mir schon manchen schweren Gedanken verursacht. Der Mückenschwarm tanzt immer noch. Synchron, als würden sie ihr Leben lang nichts anderes einstudieren (ob dem wohl so ist?), schwirren tausende Minilebewesen durch mein Blickfeld, bald wird es dunkel, sucht euch Schutz, meine Lieben. Ach, was mache ich mir Sorgen um diese Tierchen. Sie wissen sicher besser als meine Wenigkeit, wie das Leben funktioniert. Ich suche und denke und fühle und strudle und zögere. Dabei ist doch alles gut. Ich denke und handle und entscheide und lache. Manchmal aus Furcht, manchmal aus Freude. Die Mücken werden nicht mit mir ziehen, doch werde ich dem Tanz ihrer Artgenossen auch in meinem neuen Zuhause begegnen. Mit all ihren Tücken und der Schönheit von Mutter Natur. Ich werde dort leben, wie ich hier lebe. Mit Sehnsüchten und Träumen und Phantasien. Ich werde auch dort achtgeben müssen, dass ich darob die Realität nicht vergesse. Dass der Mückenschwarm in seiner faszinierenden Einigkeit nicht an mir vorüberzieht, während ich von Adlern träume. Und wenn ich jedem Tag aufs Neue hingehe, hinsehe, spüre und rieche und erlebe, ja dann kann ich hier wie dort sagen: Everything is alright in my life.

Das Jodeln in seiner ganzen Pracht

Als vor wenigen Tagen eine Bloggerkollegin nach Herzensmusik fragte und ich ein Jodellied postete, entstand ein Austausch bei dem sie meinte, für sie sei Jodeln eine lustige Form von Musik. Soweit, so gut. Ich denke nicht, dass sie dem Jodel nicht mehr zutraut, eher hat sie sich damit noch nie zuvor befasst, was absolut verständlich ist. Kenne ich doch auch nicht die traditionelle Musik aus aller Herren Länder mitsamt all ihren Hintergründen und Variationen.

Ausserdem verstehe ich auch gut, dass das Jodeln an sich erstmals nichts anderes als lustig, kurios, etwas schräg tönt. Es ist ja doch eine sehr spezielle Form der verbalen Kommunikation. Und eine komplexe noch dazu.

Für mich steht das Jodeln für meine Heimat, für meine Eltern, meine Kindheit, meine Zukunft, für Träume und Schäume, für Realität und Gedankensprünge. Es ist eine absolute Herzensangelegenheit und wird es immer mehr. Mit der jugendlichen Abtrennung von meinem Elternhaus konnte ich es eine Zeit lang nicht hören, ich wollte nicht, zu viel Schmerz war wohl dabei. Und nun fasziniert es mich wieder, immer mehr und mehr.

Inhaltlich gehen Jodellieder wohl inzwischen fast so vielen Themen nach, wie es jede andere Musikrichtung tut. Das Hauptaugenmerk der Liederschreiber war lange Zeit heimatlicher, kultureller und christlicher, kirchlicher Natur war und ist es auch heute noch, jedoch mit mehr Mut, mehr Offenheit, mehr Kreativität, dem Zeitgeist entsprechend.

An Popularität fehlt es dieser speziellen, herzerwärmenden Musik nicht. Im Alpenraum wird sie gehegt und gepflegt wie ein junges Tännchen, sie ist dabei im Alltag und beim Fest, beim Trauern ebenso wie in Zeiten purer Freude. Sie begleitet uns durch die Arbeit und in den Schlaf. Sie lebt.

Mein Vater jodelt im Stall, ganz dem Klischee entsprechend und in wahrster Realität. Er pflegt das Jodeln auch im Club, genau wie mein Goldschatz. Damit darf ich immer wieder hautnah dabei sein, wenn ein Jodelclub auftritt. Und das freut mich sehr, denn so richtig tief ins Herz geht Musik erst dann, wenn sie einem direkt vorgetragen wird. Und diese Musik berührt mein Innerstes. Jodellieder sind für mich Seelenpflaster, Gute-Laune-Trip oder Zeitvertreib, sie lassen träumen, wünschen, lächeln, weinen, lieben. Ohne dass ich sonst sehr traditionell eingestellt bin, mag ich diese Art von Musik besonders gerne.

Auch wenn noch vieles möglich ist, ist das digitale Zeitalter zum Glück nicht ganz am Jodeln vorbeigerauscht und so findet man heute doch eine beachtliche Anzahl Jodellieder auf youtube. Einige meiner liebsten sollen hier nicht vorenthalten werden:

Das Lied, aufgrund dessen dieser Text nun entsteht:

https://www.youtube.com/watch?v=9ooTD5lVkM0

In „Blueme“ geht es darum, dass man Blumen erst oft nach dem Tod bekommt anstatt davor, wenn es doch am schönsten wäre

Ein Song, der meine Seele aufwühlt:

https://www.youtube.com/watch?v=CnQSD18vKV4

Darin wird das „Feuer der Sehnsucht“ besungen

Dieses Lied hat mein Vater mit seinem Club gesungen, schon immer, zumindest empfinde ich dies so:

https://www.youtube.com/watch?v=2IFem2IhPbE

Darin wird das Leben eines „Steinmännchens“ erzählt, also eines Steinstapels zuoberst auf einer Bergspitze

Das kann nur Liebe sein:

https://www.youtube.com/watch?v=rv4rbK6wqps

Der Zustand des Verliebtseins in Jodelsprache

Eine etwas andere Art des Jodels:

https://www.youtube.com/watch?v=6s9D6PLCyL8

Sogenanntes Zäuerli

Und wenn ich noch kurz abweichen darf vom Jodel hin zum „Schwyzerörgelen“:

https://www.youtube.com/watch?v=0w3MS4j1Pcc

Auch diese Musik mag ich immer mehr und mehr

Hach, ich bemerke gerade, ich kann kaum mehr aufhören mit dieser Liste. So viele wunderschöne Lieder gibt es für mich, hört rein, lasst euch begeistern oder dreht danach im schlimmsten Fall eure eigene Musik ganz laut auf  😀

Liäbi Grüäss us dr Schwiz ❤

Die Königin und ihre kleine Schwester

Es kam einmal, heute vor gar nicht allzu langer Zeit, eine Königin auf diese Welt. Klein, süss, blond, eigensinnig, hochbegabt.

Weisst du, dass ich dich bewundere? Weisst du, dass ich zu dir aufschaue? Weisst du, dass du für mich aussergewöhnlich bist? Aussergewöhnlich klug, aussergewöhnlich scharfsinnig, aussergewöhnlich wichtig. Für mich vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an dich denke. Kaum ein Problem, bei dem ich mich nicht frage, was würdest du wohl tun? Du denkst viel, sagst weniger. Das mag ich. Du gehst einen Weg, den nicht viele wählen. Das mag ich. Deine Seele ist so stark und dabei unglaublich zart. Du bist sensibel, und ich mag es nicht, wenn jemand dich verletzt. Du bist auch bärenstark. Du machst dein Ding, das Wort Mainstream ist bei dir so falsch wie nur möglich. Weisst du, dass ich dich viel öfter sehen möchte? Weisst du, dass ich gerne wieder einmal neben dir einschlafen möchte? Weisst du, dass ich dich vermisse? Du fehlst mir. Du hast mir oft den richtigen Weg gewiesen, wenn auch nicht immer mit den richtigen Mitteln. 😉 Wobei du mir hierbei vielleicht widersprichst. Weisst du, dass ich deine unbeirrbare Art mag? Weisst du, dass ich so oft gerne wäre wie du? Du scheinst so sicher, so intelligent, dir scheint Vieles wie von selbst zu gelingen. Weisst du, dass ich trotzdem keine Eifersucht empfinde? Ich bin froh darum, denn diese kann zerstören. Wenn ich an dich denke, dann fühle ich Sehnsucht und herztiefste Liebe. Weisst du, dass wir uns viel zu selten in den Arm nehmen? Weisst du, dass ich mich an eine süsse, verträumte, eigenwillige grosse kleine Königin erinnere? Weisst du, wie es weh tat, wenn charakterlich so schwache Menschen über dich herzogen? Weisst du, dass ich noch heute in Tränen ausbrechen kann darüber? Weisst du, dass ich uns vier für immer und ewig vereint wissen will? Niemals sollen sich Neid oder Missgunst einschleichen in unser starkes Band. Weisst du, wofür ich dich so sehr und wahrscheinlich am allermeisten bewundere? Dafür, dass du niemals böse Worte findest über andere Menschen. Dies ist eine von so vielen wunderbaren Eigenschaften an dir. Darf ich ein Stück abschneiden? Weisst du, dass ich mich schwertue, Worte zu finden, die meine Liebe zu dir beschreiben? Weisst du, dass ich dir den Mars und die Venus und die Sonne und alle Raumstationen vom Himmel holen werde, wenn‘s mal nötig ist? Weisst du, dass ich dich vergöttere? Ich fühle tiefe, echte, grosse Zufriedenheit in mir, wenn ich daran denke, dass es dich gibt. Dass du meine grosse Königin bist. Weisst du, was ich dir wünsche? Ich wünsche dir den Mut, auf genau diesem kuriosen, genialen Weg zu bleiben. Ich wünsche dir Liebe und Zufriedenheit und Glück. Ich wünsche dir wundervolle Kinder und ewiges trautes Zusammensein mit deinem engelsgleichen Lebensglück. Ich wünsche dir, dass du ihm deine Sorgen und Freuden erzählen und dich mit ihm fallenlassen kannst. Ich wünsche euch, dass ihr niemals aufhört, durchgedreht zu sein. Ich wünsche dir ewiges Lachen und Kraft, wenn das Fröhlichsein mal schwerfällt. Ich wünsche dir Liebe. Immer wieder, von überall her, nach überall hin. Ich wünsche dir ein erfülltes Leben.Weisst du, dass ich dich liebe? Meine grosse Königin.

Von Schwert- und anderen Kämpfen

Ein schwermütiges Lächeln umspielt meine verschlossenen Lippen. Erinnerungen, bittersüss und kaltzart, überrennen mein Innerstes, dringen tiefer ein als ich den Raum in mir schätze. Dort wo sich Körper und Seele treffen, an diesem Ort tief in der Brust, wird gerade ein Schwertkampf ausgetragen. Jubel über gewonnene Hiebe wechselt sich ab mit dem schneidenden Schmerz eines nicht abgewehrten Schlages. Musik umspielt die grausamschöne Szene, solche von früher. Aufgewirbelt durch ein herzöffnendes Gespräch mit einer wundervollen Person. Sie dringt in meine Ohren ein, klopft ungefragt an längst verschlossene Schubladen. Eindringlich, schmerzend, schön, öffnet sich eine nach der anderen. Staub wirbelt auf und doch wirkt ihr Inhalt so nah, so vertraut. Mein Ich. Von damals. Nicht allzu lange her, ich sei ja noch jung, sagt man. Doch der Schwertkampf fühlt sich an, als könne ihn nur eine erfahrene Seele austragen. Als könne ihm nur ein Körper standhalten, der schon Einiges erlebt hat. Zu meinem Glück kann ich dieses Einiges interpretieren wie ich will. Ein Lied nach dem anderen findet seinen Weg über meine Gehörgänge tief hinein. Dorthin, wo sich Körper und Seele treffen und ein Schwertkampf anhält. Ton um Ton weitet sich mein Brustkorb, um sich im selben Atemzug immer enger anzufühlen ob all der Brocken meiner Jugend. Wäre jeder Schwerthieb ein einzelnes Gefühl, und würde jedes einmal an der Reihe sein, der Kampf währte ewig. Es schlagen sich Melancholie mit Verzweiflung, pure Freude mit Gleichmut, tiefe Unsicherheit mit Gram, zarte Liebe mit Neid, Abscheu mit Todessehnsucht, Tränenelend mit Glück. Nichts, was nicht vorhanden wäre. So intensiv, so nah, so unmittelbar sehe ich mein jüngeres Ich vor mir, würde ich jetzt in einen Spiegel schauen, ich bin mir sicher, ich hätte wieder schwarzes Haar. Fingernägel, mit Tipp-Ex grundiert und mit schwarzem Stift verschönert. Eben nahm ich den alten Tipp-Ex zur Hand und versuchte, meine vergangenen Kunstwerke wiederzubeleben. Diese Zeit, so viel Kraft sie auch kostete, hat ihren Glanz nicht verloren. Das Rebellieren bei vergleichsweise geringem Strafmass, wie wäre ich doch manchmal froh, diese Möglichkeit noch zu haben. Irgendwelche Freunde waren immer da, wenn ich auch mein Gefühlsleben für mich behielt, gaben sie dennoch ein Stück Sicherheit. War es doch durchaus wichtig, nicht alleine da zu stehen. Nicht alleine Zielscheibe zu sein. Ja, ein Schutzschild waren sie. Die Kämpfe damals wurden egoistisch ausgetragen. Doch wie sonst überleben. Einer für alle, alle für einen. Zumindest solange man einander brauchte. Daneben jedoch bestanden diese „Freundschaften“ nicht mehr aus viel. Man wollte bloss nicht derjenige sein, der alleine dort stand, in der Pause, auf dem Schulweg. Dann hatte man keinerlei Schutz mehr. War ausgeliefert. Die Musik hat aufgehört. Die Gefühle kriechen langsam, aber nur langsam zurück in ihre Schubladen. Bereit, bei leisester Erinnerung erneut hervorzuschnellen. Bereit, mich einzulullen. In tiefe Melancholie. Gab es doch wunderbare, freie, unabhängige, sorgenlose Momente, welche ich so nie wieder erleben kann. Gab es doch Glück und erstes Verlieben, erste richtige Freunde, welche mir erhalten blieben. Waren doch meine Eltern immer da, auch wenn ich ihr Dasein nicht bemerkte, auch wenn ich rebellierte und trotzte. Tief in meinem Herzen wusste ich, ich bin nicht alleine. Der Schwertkampf, er wird wohl nie enden, er vertagt sich nur, in unbekannte Ferne, wenn wieder Musik erklingt und meine Jugend aufersteht.

„Kennst du das.. man lebt einen Traum.. und irgendwann.. wacht man auf.. einfach so.“

Nevada Tan